Romanplanung Tutorial 4 – Keine Angst vor dem Exposé!

Dieser Schritt ist meistens sehr schnell erledigt. Wenn die Prämisse steht oder überwiegend steht, dürfte das in einer  bis zwei Stunde geschafft sein. Es geht um die Erstellung eines Vorexposés.

Der Satz eurer bestehenden Prämisse umfasst 4 Teile, die oft nur aus einem Wort bestehen:
A – Ausgangszustand
B – auftauchender Konflikt
C – Entwicklung
D – Wendung / Schluss.

Hier lohnt es sich auch, schon den Handlungsort zu bestimmen, ihn unter Punkt E zu listen. Ein besonderer, außergewöhnlicher Ort bietet einen Bonus, der den ganzen Roman tragen kann.

Notiere jeden der Punkte als Überschrift auf einem Blatt. Sammle Ideen dazu. Hier reicht es, mit Stichpunkten zu arbeiten. Falls wichtige Motive auftauchen, auch diese (ohne sie weiterzuverfolgen) als Überschrift auf einem Blatt notieren, hierzu gehören zum Beispiel: Gegenstände mit besonderer Bedeutung, psychische Besonderheiten des Protagonisten wie Unsicherheit, Angst …

Auf diese Seiten notiere ich auch zukünftig alle neuen Einfälle, füge Blätter hinzu.

Fasse die Ideen auf rund einer Seite zusammen, dabei ist es wichtig, dass jeder der Prämissenteile mindestens mit einem bis zwei Sätzen bedacht wird, keiner ausgelassen wird.

Notiere die wichtigsten Figuren mit Namen und beschreibe sie je in 1-3 Sätzen.

Für mich ist dieser Schritt sehr wichtig, weil es mir am Anfang noch sehr leicht gelingt, die Struktur des Textes zu überblicken und das auch zu formulieren. Hinterher muss man deutlich mehr Arbeit investieren, um dasselbe Ergebnis zu erreichen. Wenn die Planung vollständig steht und auch noch die ersten 50 Seiten vom Text geschrieben sind, gehe ich noch einmal über dieses Vorexposé. Mit dem zusätzlichen Wissen gelingt es mir meistens, das innerhalb eines Nachmittags in Reinform zu bringen, so dass es auch verschickt werden kann. Das Exposé als Problem? Seit ich es so früh schon in meine Planung einschließe, ist es für mich kein Punkt mehr, der mich in Frustration oder Grübeleien versetzt.

Ob es nicht besser ist, erst einmal fertig zu schreiben und dann an Vermarktung / Exposé zu denken? Meiner Erfahrung nach sieht man nach all den Monaten der Arbeit am Roman vor lauter Figuren, Motiven, Szenen, Orten, Verwicklungen den roten Faden nicht mehr wirklich, man ist zu sehr in der Identifikation mit den Protagonisten verstrickt, dass es viel schwerer ist, den distanzierten Blickwinkel zu finden, der anfangs automatisch da ist.

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Beitragsbild © Lilya – fotolia.com

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